Linien Zeichnen, Abbildung Arm

Warum die Hand Kreise zeichnet!

Ein gerader Strich – er will einfach nicht gelingen.
„Was mache ich nur verkehrt?“

Ein Strich muss nicht immer gerade sein. Gerade Striche sind in Zeichnungen oft extrem langweilig. Aber manchmal wünscht man sich doch, dass es funktioniert, denn…

• Gerade Linien wirken in einer Zeichnung dynamisch.
• Beim Produktdesign werden gerade Linien in Skizzen benötigt.
• Dünne Hilfslinien für die Perspektive sollten ebenfalls möglichst gerade sein.

Der Grund für das Problem der krummen Linien findet sich in unserer Anatomie.

Wir sind große Zirkel!

Man könnte sich den Arm wie einen großen Zirkel vorstellen. Zeichnet man nun verkrampft aus dem Handgelenk oder gar aus den Fingergelenken und bewegt den Arm dabei nicht, wird der Radius dieses „Zirkels“ sehr gering sein. Auf dem Papier entsteht der Kreisbogen eines kleinen Kreises. Wenn man nun lockerer aus dem Ellenbogen zeichnet, wird der Kreis gleich viel größer und das Kreissegment wirkt optisch gerader. Noch besser wäre das Zeichnen aus dem Schultergelenk. Mit einer Kombination aus Ellenbogen und Schultergelenk werden die Striche sehr gerade.

Linien Zeichnen, Abbildung Arm

Schnell radeln!

Jetzt stellen Sie sich ein Fahrrad vor. Ein Anfänger hat noch Angst vor der Geschwindigkeit und gerade das wird zum Problem. Das Fahrrad wackelt von links nach rechts. Sobald Geschwindigkeit als Zutat in den Topf geworfen wird, klappt das Fahrradfahren. Und ähnlich ist es bei einem Strich, der sehr gerade werden soll. Gas geben! Ein schneller, aus dem Schultergelenk ausgeführter Strich wird fast gerade. In einer lockeren, dynamischen Zeichnung dürfen gerade Linien auch mal überstehen. Also bitte nicht alles punktgenau wegradieren.
Schulter locker machen, die Hand starr halten, einen Startpunkt wählen und wie beim Tennis durchziehen! Bei Unsicherheiten könnte man zuvor noch ein paar Trockenübungen machen, indem man den Stift noch nicht auf das Papier aufsetzt.

Lineale wegwerfen oder tief in der Schublade verstecken!

In der künstlerischen Zeichnung braucht man kein Lineal. Außer es ist Genauigkeit, wie bei einer Architekturzeichnung gefragt.
Lineallinien sind, wie oben bereits erwähnt, superlangweilig.

Üben, Üben, Üben..

Holen Sie sich Schmierpapier und einen Stift. Dann setzen sie viele Linien im kurzen Abstand nebeneinander. Sie werden sehen, es klappt recht schnell, wenn man dabei nicht zu zaghaft ist. Und es ist wie Radfahren. Einmal verstanden – verlernt man es nie.

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